Emirate kritisieren lasche Kontrollen von deutschen Moscheen





ABU DHABI. Der Kulturminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hat Deutschland aufgefordert, seine Moscheen stärker zu kontrollieren. „Man kann nicht einfach eine Moschee öffnen und jedem erlauben, dorthin zu gehen und zu predigen. Es muß eine Lizenz dafür geben“, sagte Scheich Nahjan Mubarak Al Nahjan der Nachrichtenagentur dpa.

In Deutschland und anderen europäischen Ländern hätten sich Muslime radikalisiert, weil die Gotteshäuser und Gemeindezentren nicht stark genug von den Behörden kontrolliert würden. „Wir haben immer unsere Hilfe angeboten, wir haben immer angeboten, Menschen auszubilden“, verdeutlichte der Minister. Bis heute sei sein Land aber nicht um Hilfe aus Europa gebeten worden.

Verfassungsschutz beobachtet zahlreiche Moscheen

In den autoritär regierten Emiraten am Golf stehen die Moscheen unter umfassender Kontrolle, die damit radikalen Tendenzen vorbeugen wollen. Durch die Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten des Landes konnten demzufolge auf diese Weise größere Anschläge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der Vergangenheit verhindert werden.

In Deutschland beobachtet der Verfassungsschutz zahlreiche Moscheen. Die Fussilet-Moschee in Berlin galt als Anlaufpunkt für den Islamisten Anis Amri. Sie wurde nach dem Terroranschlag des Tunesiers auf einen Berliner Weihnachtsmarkt von den Behörden geschlossen. (ha)


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