Effenberg hätte sich Rauswurf von Özil und Gündogan gewünscht





Junge Freiheit

BERLIN. Der ehemalige deutsche Fußball-Nationalspieler Stefan Effenberg hat bedauert, daß Bundestrainer Joachim Löw Mesut Özil und Ilkay Gündogan nicht aus dem WM-Kader gestrichen hat. „Wenn man auf gewisse Werte setzt, so wie das der DFB immer wieder vermittelt, dann kann die Entscheidung eigentlich nur so ausfallen, daß man die beiden Spieler rauswirft“, sagte Effenberg dem Internetportal t-online.de.

Özil und Gündogan hätten „Glück gehabt, daß der DFB inkonsequent und nicht schnell gehandelt hat“. In diesem Zusammenhang erinnerte Effenberg auch an seine Suspendierung aus dem Nationalteam, nachdem er bei der WM 1994 in den Vereinigten Staaten Fans den Mittelfinger entgegenstreckt hatte. Damals habe der DFB anders als heute „sehr konsequent und sehr schnell“ entschieden.

„Die Entscheidung ist durch“

Dementsprechend scharf fällt Effenbergs Kritik an den Verantwortlichen aus. Man drehe es sich beim DFB so, wie man es gerade brauche. „Bei mir oder bei Uli Stein haben sie anders reagiert. Ich sehe dementsprechend auch keine klare Linie.“ Stein wurde 1986 bei der WM in Mexiko von Teamchef Franz Beckenbauer aus dem Nationalteam geworfen, weil er Beckenbauer einen „Suppenkasper“ genannt hatte.

Gleichzeitig stellte der frühere Kapitän von Borussia Mönchengladbach aber klar: „Auch wenn ich sage, daß ein Rauswurf konsequent gewesen wäre, finde ich es nicht gut, wenn Boulevardmedien immer noch auf den beiden herumhacken. Die Entscheidung ist durch.“

Unterdessen wurde bekannt, daß sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) während ihres Besuchs im Trainingslager der Nationalmannschaft in Südtirol vergangene Woche zu einem Sechs-Augen-Gespräch mit Özil und Gündogan getroffen hat. Nach Informationen der Zeitschrift Sport Bild wollte die Kanzlerin von den beiden türkischstämmigen Spielern persönlich die Umstände ihres Treffens mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan erfahren. Regierungssprecher Steffen Seibert wies auf die Vertraulichkeit des Gesprächs hin. Informationen über dessen Inhalt drangen nicht nach außen. (tb)

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